Würzburger Nächte sind lang
Wer das wunderschöne Würzburg einmal gesehen hat, der will auch nicht gleich wieder weg. Gerade, wenn man sich vielleicht die Mühe gemacht hat, mit dem Fahrrad anzureisen, um auch die Umgebung genügend zu würdigen. Auf diese Art kann man schon einmal die herausragende Weinkultur der Gegend testen. In der Nähe liegen zahlreiche Weingüter, von denen nicht wenige ihre Produkte direkt verkaufen. Insofern erfüllt Würzburg nur, was die Anreise bereits verspricht: lange Nächte mit viel Geselligkeit.
Würzburg, als eine der ältesten und traditionsreichsten Universitätsstädte Deutschlands, bietet aber natürlich auch reichlich Kultur, die durch ihre lange Geschichte spielend untermauert wird. Auch heute befinden sich durch die Universität viele junge Leute in der Stadt, die die Nacht zum Tag werden lassen. Wobei sich auch tagsüber viele Bewohner nicht lumpen lassen und es sich in einer der vielen Weinverkostungen gut gehen lassen. Vor allem das Panorama der Gegend und die unmittelbare Nähe zum Main laden besonders dazu ein. Mit Tagesschifffahrten lässt sich Kultur und Geselligkeit übrigens unmittelbar miteinander verbinden.
Den jährlichen Höhepunkt an Geselligkeit bildet in dieser Hinsicht das Kiliani-Volksfest. Es dauert insgesamt zwei Wochen und findet von Anfang bis Mitte Juli statt. Zahlreiche Fahrgeschäfte, Spezialitätenstände und Bierzelte laden viele Gäste ein. Bereits vor diesem Termin ändert sich die Stimmung in der Stadt. Während bereits Bierzeltgarnituren fürs Kiliani-Volksfest durch die Gegend getragen werden, treibt die Vorfreude die angereisten Gäste und die Bewohner in die Biergärten am Mainufer.
Wenn es dann soweit ist, sitzt man tagsüber auf dem Gelände, isst sich satt und flaniert. Schließen die Fahrgeschäfte dann, geht es in den örtlichen Lokalitäten munter weiter. Reichlich Gelegenheit also für diejenigen, die erst früh morgens die Vorhänge zuziehen wollen. Dieser Höhepunkt des Sommers ist übrigens nach dem heiligen Kilian benannt. Er war wohl ein schottischer Missionar, der sich gegen Ende des 7. Jahrhunderts in der Nähe aufhielt und laut Überlieferung in Würzburg den Märtyrertod erlitt. Der 8. Juli ist sein Tag und erklärt sowohl den Zeitraum des Festes als auch dessen Austragung in Würzburg, denn vor nicht allzu langer Zeit feierte die Stadt ihr 1300-jähriges Jubiläum. Nach Kilian ist auch eine gleichnamige Fahrradtour benannt, die sich vornehmlich an Gelegenheitsradfahrer richtet.
